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Bauchtanz / Orientalischer Tanz - SIBEL NEFA
ZADIRAKS - Zadiels Show im Januar 2008 in Berlin
 

 

Bauchtanz - orientalischer Tanz - orientalische Tanzkunst

Bauchtanz, im Englischen Belly Dance genannt, bezeichnet in Deutschland umgangsprachlich unterschiedliche Tanzstile, Tänze, die zu orientalischer Musik ausgeführt werden.
Der Begriff Bauchtanz wird zwar hier "unschuldig" gebraucht ist aber oft negativ beladen, deshalb bevorzugen ernsthafte Tänzerinnen eher "Orientalischer Tanz" oder "orientalische Tanzkunst" und definieren dann ihren Tanzstil. Z.B. Raqs Sharqi (arabischer, orientalischer Tanz) oder Orientalische Fantasy oder auch orientalische Folklore, Baladi oder Tribal Style Dancing.

Was ist nun Bauchtanz - Orientalischer Tanz?

Genaue, gesicherte Quellen haben wir nicht, dennoch ist er wohl aus alten Fruchtbarkeitsriten und Tempeltänzen hervorgegangen. Er gehört somit zu den ältesten Tänzen, die wir kennen.
Im Nahen Osten entwickelte er sich aus Folkloretänzen über Baladi-Tänze zu dem Showtanz, den wir heute kennen. Dieser ist relativ jung; er entstand etwa in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in den Klubs von Kairo, Damaskus und Beirut - hauptsächlich jedoch im Cabaret-Theater von Badia Masabne in Kairo. Hier wurde der Grundstock für das tänzerisch hohe Niveau des ägyptischen Orientalischen Tanzes (Raqs Sharqi) gelegt. Berühmte Tänzerinnen wie Samia Gamal, Naima Akef, Nagua Fuad, Suher Zaki, Fifi Abdou und andere setzten dies fort und legten somit die Meßlatte sehr hoch.
Nach dem Interesse, dass kurzzeitig der Westen aufgrund von Schilderungen über den exotischen Orient und seine verführerischen Tänzerinnen im 19. Jahrhundert entwickelte, kam erst viel später ein ernsthaftes Interesse am Tanz des Orients.

Über den Bauchtanz-Boom der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA kam der Bauchtanz / Orientalische Tanz in den späten 70er Jahren nach Deutschland.
Seither ist hier das Interesse an diesem schönen weiblichen Tanz ungebrochen und wir haben in den meisten Städten diverse Kurse, Tänzerinnen, Festivals und Schulen. Auch finden wir Fachzeitschriften für den orientalischen Tanz und sogar internationale Verkaufsmessen rund um den Orientalischen Tanz.

Bauchtanz - Orientalischer Tanz und Gesundheit

Eigentlich ist jeder Tanz ganzheitlich zu sehen. Das heißt der Tanz spricht Körper und Seele/Psyche gleichermaßen an.
Orientalischer Tanz im Speziellen ist eine sanfte Art des Trainings und eine herrliche Art sich fit und gesund zu halten, individuell und fachgerecht angleitet  ist dieser Tanz für alle Altersstufen geeignet.
Den orientalischen Tanz jedoch als Fitnesstraining zum Aufbau von Kondition zu betreiben ist sicher nicht besonders erfolgreich, wenn man davon ausgeht, dass in der Regel ein bis zweimal pro Woche trainiert wird.
Jedoch wird die Körpermitte wird in besonderer Weise aktiviert und mobilisiert. Die Muskulatur wird gekräftigt und geschmeidig. Die inneren Organe erfahren aufgrund der speziellen Muskelbewegungen eine bessere Durchblutung und sanfte Massage.

Die Grundhaltung mit leicht gebeugten Knien ermöglicht die Beckenbewegungen und unterstützt die Kräftigung der Beinmuskulatur. Der dauernde Wechsel von Anspannung und Entspannung der rückwärtigen und vorderen Muskelkette fördert Koordination der Muskulatur und somit muskuläre Balance insbesondere bei Innen- und Außenrotatoren, Abduktoren und Adduktoren ebenso wie bei Extensoren und Flexoren.

Die Fußarbeit fördert die Stabilität der Sprunggelenke und auch der Zehen. Der tiefliegende Schwerpunkt (wie z.B. auch bei den Kampfsportarten) im Becken führt zu einem sicheren Stand und zu gutem, stabilem Bodenkontakt. Die Aufrichtung und Haltung beim Tanz wirkt Rückenproblemen entgegen. 

Nicht zuletzt erfahren wir durch den Unterricht ein besseres Körpergefühl und schulen unsere Merkfähigkeit und Koordination. So wird durch das Üben von Choreographien unser Gedächtnis gefordert und die Motorik durch gleichzeitiges Tanzen und Zimbelspiel effektiv geschult. 

Durch die Möglichkeiten den Tanz fachgerecht auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen, erfreut er sich zum einen als Ausgleich für körperlich und seelisch Bürogestresste, zum anderen als Fitnessmedium für ältere Frauen und auch als ganzheitliche Bewegungsförderung für Kinder großer Beliebtheit.

©R. Seward

 

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